Gut informiert entscheiden – ein Leben lang

Wissen, das Zukunft schafft

Finanzentscheidungen werden komplexer – und betreffen heute alle Generationen. Politische Initiativen, neue Vorsorge­ansätze und digitale Lernangebote helfen immer mehr Menschen aller Alters­gruppen dabei, die Finanz­kompetenz zu stärken. Die Volksbanken und Raiffeisen­banken unterstützen ihre Kundinnen und Kunden mit leicht zugänglichen Formaten: Schul­service und Unterrichts­materialien, Erklär­videos und Checks auf Social Media sowie digitalen Tools rund ums Sparen, Bezahlen und Vorsorgen. So entsteht Orientierung und finanzielle Selbst­ständigkeit kann früh und nachhaltig wachsen – vom ersten Taschen­geld bis zur Planung der Rente.

Der Wert des Sparens – seit Generationen vermittelt

Finanzbildung hat Tradition. Als der Weltspartag am 31. Oktober 1924 eingeführt wurde, half er vielen Familien in Zeiten von Inflation und Unsicherheit, Sparen als Schutz und Chance zu verstehen. Heute kommen Themen wie ETFs, Krypto­währungen und neue Vorsorge­modelle hinzu – mit vielen Möglich­keiten, aber auch Fragen. Deshalb wächst das Angebot der Genossen­schafts­banken mit: vom ersten Ansparkonto über das Kinder- und Jugendkonto bis zur Beratung für Vermögens­aufbau und Alters­vorsorge. Diese Ausgabe von VR Aktuell stellt die wichtigsten Initiativen vor und zeigt, warum gezielte Finanz­bildung die Grundlage für mehr Verbraucher­schutz schafft.

Rückenwind und Rundum-Service
Finanzbildung im Fokus

Aufbau von Finanzkompetenz in Europa und Deutschland

Die Europäische Kommission hat im September 2025 eine neue Strategie vorgestellt: Finanz­kompetenz soll in allen Lebensphasen gestärkt werden – von der Jugend bis ins Rentenalter. Das Ziel: mehr Bildungsprojekte, leicht zugängliche Spar- und Anlage­angebote, regelmäßige Erfolgs­kontrollen.

Auch in der deutschen Politik kommt Bewegung in das Thema Finanzbildung. So arbeitet die Bundes­regierung gemeinsam mit der OECD an einer nationalen Finanzbildungs­strategie. Das erklärte Ziel: bestehende Angebote bündeln, Qualitäts­standards definieren, Finanzbildung systematisch stärken. Ein sehenswertes Ergebnis dieser Initiative ist die Plattform „Finanzielle Bildung“ des Bundesfinanz­ministeriums. Dort finden sich Broschüren, Wissenstests und praxisnahe Informationen – etwa zur Haushaltsplanung, zum Umgang mit Schulden oder zur Altersvorsorge.

Parallel dazu wurden auch Reformen der staatlich geförderten privaten Alters­vorsorge angestoßen, darunter die Frühstart­rente. Diese ist weit mehr als ein neues Vorsorge­instrument. Sie kann ein echter Türöffner sein: für Gespräche über Geld in Familien, für erste Erfahrungen mit langfristigem Sparen, für ein besseres Verständnis von Alters­vorsorge. Wer schon in jungen Jahren sieht, wie sich regelmäßiges kapitalmarkt­orientiertes Sparen über Zeit entwickelt, versteht ganz praktisch den Rendite­effekt und den Wert von Geduld und Kontinuität.

Gut zu wissen

Laut „TeamBank-Liquiditätsbarometer“ bewertet nur etwas mehr als jeder dritte Bundesbürger sein Wissen über Themen wie Geldanlage, Kredite oder Alters­vorsorge als gut oder sehr gut. Besonders junge Menschen zwischen 18 und 29 Jahren sowie ältere Befragte zwischen 50 und 79 Jahren sehen hier Wissens­lücken. Wie die OECD 2024 zudem feststellte, fühlen sich nur 52 Prozent der erwerbstätigen Deutschen mit ihren Finanz­plänen für die Alters­vorsorge sicher.

Dozent am Monitor und zwei Lernenden auf Bücherstapeln beim Online-Lernen.

Vielfalt bleibt erhalten

Positiv an den aktuellen Reformplänen: Die Vielfalt der Vorsorge­möglichkeiten bleibt erhalten. Neben einem neuen Alters­vorsorge­depot können auch Versicherungs- und Bauspar­lösungen weiterhin genutzt werden. Das schafft die Freiheit, je nach Lebenslage und Präferenz die passende Vorsorge­strategie wählen zu können – ein zentraler Baustein für selbst­bestimmte Finanz­entscheidungen.

Genau hier knüpfen die Volksbanken und Raiffeisenbanken an. Mit generationen­übergreifenden Angeboten, persönlicher Beratung und digitalen Lösungen machen sie Finanzthemen greifbar – vom ersten Sparkonto über die Geldanlage bis zur Alters­vorsorge. Ziel ist es nicht, komplizierte Produkte zu erklären, sondern Menschen zu befähigen, ihre eigenen finanziellen Ziele zu entwickeln und umzusetzen.

„Jugend und Finanzen“: lehrreiches Rundum-Angebot

Schon heute gibt es ein breites etabliertes Angebot, das Finanzbildung ganz praktisch in den Alltag bringt: www.jugend-und-finanzen.de, das Schulserviceportal der Genossenschafts­banken.

Das Portal ist eine zentrale Anlaufstelle für Lehrkräfte, Eltern, Kinder und Jugendliche. Alle Materialien gibt es hier kostenlos:

  • Arbeitsblätter und Unterrichtsmaterialien
  • Erklärvideos für verschiedene Altersstufen – direkt über den eigenen YouTube-Kanal
  • ein über 200 Begriffe umfassendes Glossar „Finanzen A bis Z“
  • praxisnahe Anregungen für Schule und Familie

Besonders praktisch: Schulen können zudem sehen, welche genossen­schaftliche Bank vor Ort aktiv ist, und gemeinsam Projekte umsetzen. Damit wird Finanz­bildung lokal verankert und persönlich begleitet.

Ausgezeichnetes Angebot

2025 wurde „Jugend und Finanzen“ erneut mit dem Comenius-EduMedia-Siegel ausgezeichnet. Das Siegel prämiert digitale Bildungs­angebote, die besonders verständlich, didaktisch hochwertig und nutzer­freundlich sind. Für Eltern und Lehrkräfte bedeutet das vor allem eines: verlässliche Materialien, die im Alltag wirklich helfen.

Auszeichnung: Comenius-EduMedia 2025

Spaß und schlaue Inhalte
Podcast, Videos, Social Media

Multimediales Angebot

Finanzbildung funktioniert am besten, wenn sie Spaß macht und leicht zugänglich ist. Deshalb setzt das Portal „Jugend und Finanzen“ auf verschiedene multimediale Formate. So findet man etwa den Kinder-Podcast „Alles über Knete“ überall, wo es Podcasts gibt. Wer hat das Geld erfunden? Was bezahlen Eltern alles von ihrem Gehalt? Wie viel Taschen­geld ist fair? Warum kostet mein Kakao 2,90 Euro? Wie können Spenden helfen? „Alles über Knete“ bringt jungen Hörerinnen und Hörern – und auch Erwachsenen – Finanz­wissen in kurzen, unterhaltsamen Folgen näher. Der Podcast eignet sich ideal für Familien – zum gemeinsamen Hören, Nachfragen und Weiter­denken. Finanzbildung wird so zum Gesprächsthema am Küchentisch.

Darüber hinaus setzt der Schulservice der Volksbanken und Raiffeisen­banken gezielt auf soziale Medien, um junge Menschen direkt und flexibel anzusprechen. Auf Instagram werden Finanz­themen in kurzen Beiträgen, Stories und Reels erklärt – verständlich, visuell, alltagsnah (@jugendundfinanzen).

Zudem erreichen die Volksbanken und Raiffeisen­banken Hunderttausende junge Menschen, indem sie Finanz­themen auf TikTok kompakt, lebensnah, unterhaltsam aufbereiten – zu Sparmöglichkeiten im Alltag, dem Umgang mit Schulden, unterschiedlichen Anlageformen oder auch finanziellen Fragen in Partner­schaften (@volksbankraiffeisenbank).

Auf diese Weise entsteht ein breites Angebot, das sich an den Medien­gewohnheiten junger Menschen orientiert und Finanz­bildung dort verfügbar macht, wo sie sich bewegen. Immer mit dem Ziel, Orientierung zu geben und dabei zu helfen, fundierte Entscheidungen für das eigene Geld und das eigene Leben zu treffen.

Zwei Smartphones mit Social-Media-Posts, umgeben von Figuren, Symbolen und digitalen Interaktionen.

Orientierung für jede Lebensphase

In dem Maße, wie sich Lebens­realitäten, Mediennutzung und Erwartungen junger Menschen verändern, entwickelt sich auch Finanz­bildung laufend weiter. Die Volksbanken und Raiffeisen­banken werden dabei von einem besonderen Team aus Expertinnen und Experten unterstützt: Neonblau. Dahinter steht ein selbst­organisiertes Netzwerk von Mitarbeitenden zwischen 18 und 30 Jahren, das Banken zu den Ansprüchen jüngerer Zielgruppen berät.

Dabei sollen junge Lebensrealitäten ernst genommen und Finanz­bildung so gestaltet werden, dass sie verständlich, relevant und alltags­tauglich bleibt. Bei Neonblau entwickeln junge Menschen die Konzepte, Formate und Lösungs­ansätze dafür selbst – von Banking-Erlebnissen über Nachhaltigkeit bis hin zur Finanz­bildung. Der Anspruch: Inhalte auf Augenhöhe, digital gedacht und nah an dem, was ihre Altersgruppe wirklich beschäftigt.

Derzeit bringt sich das Team „Finanzbildung“ unter anderem bei einer App-Lösung ein. Das Ziel: Finanz­bildung einfach zugänglich machen – mit kurzen Lerneinheiten, klarer Orientierung und spielerischen Elementen. Entwickelt von jungen Menschen für junge Menschen, soll die App finanzielle Zusammen­hänge verständlich machen und früh Sicherheit im Umgang mit Geld vermitteln. Das Projekt zeigt, wie konsequent junge Perspektiven in die Finanzbildungs­arbeit der Volksbanken und Raiffeisen­banken integriert werden. Aktuell werden innerhalb der genossenschaftlichen FinanzGruppe Kooperations­möglichkeiten ausgelotet, um die gemeinsamen Konzepte in die Praxis umzusetzen.

Schritt für Schritt
Das mitwachsende Girokonto

Vom Sparen zum Girokonto

Mutter mit Kind sitzen gemeinsam am Laptop und lächeln.

Das Kinder- und Jugendkonto der Volksbanken und Raiffeisen­banken wächst mit den Bedürfnissen junger Menschen mit. Bis zur Volljährigkeit behalten die Eltern die Kontrolle, das Konto läuft jedoch auf den Namen des Kindes. So entsteht früh ein eigenes Bewusstsein für Geld und Verantwortung.

Für jüngere Kinder kann das Konto zunächst als reines Anspar­konto genutzt werden. Geld­geschenke von Eltern oder Großeltern lassen sich hier sicher anlegen und werden oft auch verzinst. Wird das Konto später in ein Girokonto umgewandelt, bleibt die IBAN erhalten.

Finanz-Dashboards mit Balken-, Kreis- und Liniendiagrammen sowie Banklogo

Mit steigendem Alter kann das Konto schritt­weise erweitert werden. Eltern entscheiden individuell, wann zusätzliche Funktionen freigeschaltet werden. Auf Wunsch erhalten junge Kundinnen und Kunden eine eigene girocard (Debitkarte) und lernen, eigenständig über ihr Guthaben zu verfügen.

Im Jugendalter, etwa bei ersten Neben- oder Ferienjobs, passt sich das Konto erneut an: Überweisungen, bargeldloses Bezahlen und Onlinebanking können eigenständig getätigt werden. Eine Konto­überziehung wird dabei erst mit der Volljährigkeit möglich. So können Jugendliche selbstständig Erfahrungen sammeln, während Eltern weiterhin Sicherheit genießen.

Wir beraten Sie gern

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