Genossenschaftsbanken sind Miteinander-Banken

Was einer alleine nicht schafft …,

Zusammen ist man weniger allein. Das ist bekannt. Doch die Wirkung von Gemeinschaft reicht oft weit über das reine Zusammensein hinaus. Gerade im Zwischenmenschlichen ist 1+1+1 nicht immer nur 3. Oft entsteht mehr als die Summe der einzelnen Teile. Die über 600 Volksbanken und Raiffeisenbanken in Deutschland kennen diese besondere Kraft der Gemeinschaft seit jeher. Denn sie setzen auf Miteinander, auf Mitgliedschaft und auf Nähe. Diese Ausgabe von VR Aktuell wirft deshalb einen Blick auf das Miteinander in und von Genossenschaftsbanken – als Wesensmerkmal und als gemeinsame Überzeugung.

… das schaffen viele

„Was einer alleine nicht schafft, das schaffen viele.“ Diesen Satz hat Friedrich Wilhelm Raiffeisen geprägt, einer der beiden Gründerväter der Genossenschaftsbewegung. Er bezog ihn auf Handwerker und Bauern, die sich im 19. Jahrhundert zusammenschlossen, um gemeinsam Zugang zu bezahlbaren Krediten zu erhalten. Bis heute bestätigt sich dieser Leitspruch immer wieder neu. Wie viele er überzeugt, zeigen die Zahlen: Allein in Europa gibt es inzwischen gut 250.000 Genossenschaften. Und das Miteinander wird Tag für Tag durch die Banken und die Genossenschaftliche FinanzGruppe Volksbanken Raiffeisenbanken gelebt.

Mitgliedschaft
Miteinander als Wesensmerkmal

Die Volksbanken und Raiffeisenbanken sind Genossenschaftsbanken. Sie gehören ihren Mitgliedern. Das Miteinander und Füreinander der deutschlandweit rund 17,5 Millionen Mitglieder bilden die Basis der insgesamt über 600 Institute in Deutschland. Dies unterscheidet die Genossenschaftsbanken wesentlich von allen weiteren Banken und Finanzdienstleistern. Füreinander einzustehen und sich füreinander einzusetzen gehört seit jeher zu ihrem Wirtschaften und Wirken. Es ist Teil ihres täglichen Tuns. Jede und jeder von uns ist oder war wahrscheinlich irgendwo schon einmal Mitglied. Im Sportverein. Bei einer politischen Partei. In einer sozialen Organisation. Deutschland ist ein Land der Vereine und so auch ein Land der Mitglieder. Aber Mitglied bei einer Bank? Was soll das bedeuten? Was soll das bringen?

Wie werde ich Mitglied?

Mitglied und damit Teil der großen genossenschaftlichen Gemeinschaft zu werden ist ganz leicht. Es ist nicht nur in den Filialen vor Ort möglich, sondern auch digital – per qualifizierter elektronischer Signatur. Wer Mitglied werden möchte, muss sich mit mindestens einem Geschäftsanteil an der Genossenschaftsbank beteiligen. Es können aber auch mehr Anteile sein. Für viele Mitglieder ist das attraktiv, denn sie werden pro Anteil auch am Erfolg ihres Instituts beteiligt. In der Regel wird einmal jährlich eine Dividende ausgezahlt. Insgesamt 634 Millionen Euro an Dividenden wurden 2025 von allen Genossenschaftsbanken in Deutschland an die Mitglieder ausgeschüttet. Wie hoch ein Geschäftsanteil ist, ist in der Satzung jeder Bank geregelt. Wer aus der Genossenschaft wieder ausscheidet, kann die Rückerstattung der Beteiligung verlangen.

Ein Mitglied, eine Stimme

Mitglied bei einer Volksbank oder Raiffeisenbank können alle werden. Mitglieder dürfen nicht nur mitgewinnen, sondern auch mitbestimmen und mitgestalten. So können sie über die Ausrichtung ihrer Bank mitentscheiden. Viele Genossenschaftsbanken bestimmen etwa gemeinsam mit ihren Mitgliedern, welche sozialen Projekte gefördert werden und welche Ideen für die Region unterstützt werden sollen. Vielfach sind diese Formen der Mitbestimmung ganz leicht in der VR Banking App oder im Onlinebanking möglich. Überdies sind aber auch vorgesehene Änderungen der Satzung bei Genossenschaften nur per Mitgliederbeschluss möglich. Ganz demokratisch, im Sinne aller Beteiligten.

Wichtige Entscheidungen trifft in den Genossenschaftsbanken die Generalversammlung der Mitglieder. Bei größeren Genossenschaftsbanken mit vielen Mitgliedern tritt an die Stelle der Generalversammlung aller Mitglieder häufig eine Vertreterversammlung. Diese Vertreterinnen und Vertreter werden von allen Mitgliedern demokratisch gewählt. Die Anzahl der Geschäftsanteile spielt auch dabei keine Rolle.

Miteinander im Netzwerk

Menschen im Kreis um ein rotes Herz.

Nicht nur innerhalb der einzelnen Genossenschaftsbanken wird das Miteinander großgeschrieben. Die Kreditinstitute in der Genossenschaftlichen FinanzGruppe Volksbanken Raiffeisenbanken arbeiten eng mit vielen spezialisierten Partnern zusammen. Dadurch können sie ihren Kunden und Mitgliedern in allen finanziellen Angelegenheiten kompetent und umfassend mit Rat und praktischen Lösungen zur Seite stehen. So funktioniert das Miteinander im Netzwerk, so geht Kooperation.

Zu den Partnern der Genossenschaftlichen FinanzGruppe Volksbanken Raiffeisenbanken zählen unter anderem so starke Marken wie die Bausparkasse Schwäbisch Hall, die Fondsgesellschaft Union Investment oder die R+V Versicherung.

Zusammenhalt mit Haltbarkeit

So verbinden die Volksbanken und Raiffeisenbanken ihr regionales Know-how und ihre Nähe mit Produktexpertise und Spezialistentum. Das schafft Zusammenhalt mit langer Haltbarkeit und gewährt ein effektives Miteinander.

Weitere Informationen zum Miteinander der genossenschaftlichen FinanzGruppe, ihrem Selbstverständnis, ihren Werten und weiteren Spezialisten finden Sie unter www.finanzgruppe.de.

Interesse an einer Mitgliedschaft?

Ist Ihr Interesse an der Mitgliedschaft geweckt? Schauen Sie sich auf der Homepage Ihrer Bank um oder fragen Sie bei Ihrer Bank vor Ort.

Engagement
Miteinander für mehr Miteinander

Schauen Sie sich um! Ob im Sportverein, bei lokalen Initiativen oder auch bei Schulprojekten: Auf die Unterstützung von Volksbanken und Raiffeisenbanken können die Menschen in den Regionen zählen. Sie sind da. Ansprechbar. Und: Meistens wissen sie sehr genau, wo vor Ort der Schuh drückt. Auf ganz unterschiedliche Art und Weise übernehmen sie Verantwortung.

Gelebter Förderauftrag

So nehmen sie ihren genossenschaftlichen Förderauftrag nicht nur in wirtschaftlicher Hinsicht sehr ernst. Dieser besagt, dass eine Genossenschaft dazu verpflichtet ist, die wirtschaftlichen, sozialen oder kulturellen Interessen ihrer Mitglieder durch gemeinschaftliches Handeln zu stärken und zu fördern. Ein starker Beleg dafür sind die jährlichen bundesweiten Engagementzahlen der genossenschaftlichen FinanzGruppe.

Über 170 Millionen Euro lassen die Genossenschaftsbanken in Deutschland den Menschen vor Ort Jahr für Jahr – gemäß einer repräsentativen Umfrage unter allen Genossenschaftsbanken – an freiwilligen finanziellen Zuwendungen zukommen. Das umfasst Spenden, Sponsoring und Stiftungserträge. Mit rund 400 Millionen Euro ist die genossenschaftliche FinanzGruppe in Stiftungen engagiert.

Warum? Regionalität, Nähe, Zusammenhalt

Bunte Häuser in einer grünen Siedlung.

Die zentralen Werte für dieses herausragende regionale Engagement sind für die Banken Regionalität, gesellschaftlicher Zusammenhalt und Nähe. Für jede einzelne Bank bildet das Miteinander vor Ort die Basis ihres täglichen Tuns. Dafür stehen die Institute und dafür stehen sie ein.

Die Zukunft ist Neonblau

Apropos gelebtes Miteinander: Weil junge Menschen Mitglieder, Kundschaft und Mitarbeitende von morgen sind, wird in der genossenschaftlichen FinanzGruppe nicht über sie geredet, sondern mit ihnen. Bestes Beispiel: die bundesweite, institutsübergreifende Initiative Neonblau. Hier entwickeln junge Menschen zwischen 18 und 30 Jahren die Konzepte, Formate und Lösungsansätze für das Banking von morgen – von Banking-Erlebnissen über Nachhaltigkeit bis hin zur Finanzbildung. Inhalte werden hier nicht von oben herab diktiert. Immer wieder sitzen die Beraterinnen und Berater der nächsten Generation bei strategischen Überlegungen mit am Tisch und bringen das, was ihre Altersgruppe wirklich beschäftigt, auf Augenhöhe mit ein.

#VBRBEhrentag: Das passt!

Schon gewusst? Unser Grundgesetz wird in diesem Jahr 77 Jahre alt. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier nimmt dies zum Anlass, den 23. Mai dieses Jahres deutschlandweit zum „Ehrentag“ zu ernennen. Dieser Tag soll ein Mitmachtag sein. Er soll zeigen, wie viel Spaß und persönliche Entfaltung im gesellschaftlichen Miteinander steckt. Und: wie wichtig das für unsere Demokratie ist. Ganz klar: Das passt. Ein perfektes Match für die Volksbanken und Raiffeisenbanken. Deshalb unterstützen zahlreiche Banken diesen Tag mit Aktionen, kreativen Ideen, Initiativen.

Sämtliche Aktionen der Volksbanken und Raiffeisenbanken zum Ehrentag sollen bundesweit sichtbar werden. Unter www.vr.de und dem bundesweiten Engagementportal www.vielefuerviele.de werden dafür sogenannte Social-Walls eingerichtet. Beiträge und Aktionen, die in den sozialen Medien vor, am und nach dem Ehrentag mit #VBRBEhrentag gekennzeichnet werden, machen das Miteinander hier kollektiv – trotz vielfältigster Schauplätze – greifbar.

Weitere Infos zum Ehrentag unter www.ehrentag.de.

Grafik mit Text ‘Der Ehrentag’ und Symbolen.

Viele für viele

Einblicke, wie vielfältig und mit wie viel Herz sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Volksbanken und Raiff­eisenbanken für die gute Sache ihrer Region einsetzen, erhalten Interessierte unter www.vielefuerviele.de, dem Engagementportal der genossenschaftlichen FinanzGruppe. In vielen kleinen Features und Filmen können sie dort direkt in das gelebte Miteinander eintauchen und sehen, was passiert. Nah. Authentisch. Von Mensch zu Mensch.

Zukunftschancen
Miteinander für morgen

Wie kann ein demokratisches und wertschätzendes Miteinander auch in den nächsten Dekaden gelingen? Genossenschaften setzen dafür auf Nähe, Vertrauen, Solidarität.

Bei allen Vorteilen, die unsere mittlerweile durchdigitalisierte Gesellschaft bietet: Der direkte Draht, das Miteinander von Mensch zu Mensch bleiben essenziell. Vielleicht werden diese Werte in Verbindung mit durch KI unterstützten Abläufen zu noch entscheidenderen Wesensmerkmalen. Die gesunde Mischung macht´s. Denn: Echtheit zählt. Die Volksbanken und Raiffeisenbanken stehen als Genossenschaftsbanken dafür. Sie sind Banken des Miteinanders. Ohne Miteinander keine Genossenschaft.

„Ohne Sie wäre unser Land wesentlich ärmer, als das heute der Fall ist“, unterstrich auch Finanzminister Lars Klingbeil bei seinem Vortrag vor über 1.000 Vertreterinnen und Vertretern von Genossenschaftsbanken in Berlin. Die Institute seien nicht nur Stabilitätsanker des Finanzsystems, sondern auch verlässliche Partner vor Ort – mit regionaler Nähe und gesellschaftlichem Engagement.

Regionen 2035 – erst die Analyse und dann …

Menschen bilden ein Herz.

Die Regionen, in denen die Volksbanken und Raiffeisenbanken zu Hause sind, sind immer im Wandel. Branchenstrukturen, Demografie, Fachkräfte, Immobilienmärkte und Infrastruktur werden sich in den nächsten zehn Jahren sehr unterschiedlich entwickeln, und das hat direkte Folgen für die Menschen vor Ort. Wo beispielsweise immer mehr Fachkräfte fehlen, geraten Arbeitsplätze, Unternehmensnachfolge, Gewerbeansiedlungen unter Druck. Das Miteinander schwindet. Umgekehrt entstehen bei Zuzug neue Chancen – für Wohnraum, Infrastruktur, Versorgung, wirtschaftliches Wachstum.

… Handlungsimpulse für morgen

Ansätze und Handlungsimpulse für einen Umgang mit diesen regionalen Verschiebungen liefert die vom Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) gemeinsam mit dem Institut der deutschen Wirtschaft in Köln (IW) realisierte Studienreihe „Regionen 2035“ zu Demografie, Immobilienpreisen und Branchen.

„Mit unseren Prognosen schaffen wir Handlungs- und Entscheidungsgrundlagen, damit unsere Regionen auch künftig lebendig, wirtschaftlich stark und attraktiv bleiben“, unterstrich Marija Kolak, Präsidentin des BVR, bei der Vorstellung der Studie Ende 2025. Denn: Zu einer gezielten Förderung des sozialen wie auch des wirtschaftlichen Miteinanders zählt auch die Analyse, wie es um dieses jeweils beschaffen ist.

Wirken Sie mit!

Nur so gelingt Miteinander auch morgen. Die Volksbanken und Raiffeisenbanken setzen sich mit vereinten Kräften und auf den unterschiedlichsten Ebenen dafür ein. Wirken Sie gern mit!