Bewusst anlegen – mehr als ein Trend

Beim Sparen Gutes tun

Klimawandel, Umweltschutz und Initiativen wie Fridays for Future – dass wir bewusst auf unsere Umwelt achten, ist mittlerweile Alltag. Das Umweltbewusstsein in der Bevölkerung wächst und weitet sich auf viele Bereiche aus. Seit einigen Jahren betrifft das auch zunehmend die Banken und das Thema Geldanlage. Denn: Immer mehr Menschen möchten mit ihrem Geld etwas Positives bewirken und Unternehmen und Staaten auf dem Weg zu mehr Nachhaltigkeit unterstützen. Deshalb werden nachhaltige Geldanlagen bei Anlegerinnen und Anlegern in Deutschland immer beliebter – und das über alle Altersklassen hinweg.

Was bedeutet eigentlich Nachhaltigkeit?

Unter Nachhaltigkeit versteht man, verantwortungsvoll und langfristig orientiert zu handeln. Union Investment, der genossenschaftliche Fondspartner der Volksbanken und Raiffeisenbanken, verfügt schon seit Jahrzehnten über Erfahrung bei nachhaltigen Geldanlagen. Denn schon vor rund 20 Jahren wollten Kunden – vor allem kirchliche und karitative Unternehmen – ihr Geld nachhaltig anlegen. Sie wollten vermeiden, dass ihr Geld in Firmen investiert wird, die ihren ethischen Grundsätzen widersprechen, und beispielsweise Waffenhersteller oder Staaten mit Todesstrafe bei ihren Investments ausschließen.

1 - Steigendes Interesse Warum nachhaltige Anlagen immer beliebter werden

Notwendiger Wandel

Die Welt steht am Anfang eines langfristigen Wandels mit tiefgreifenden Veränderungen. Nachhaltigkeit hat dabei viele Facetten. Sie ist eng verwoben mit den größten gesellschaftlichen Herausforderungen unserer Zeit wie dem Klimawandel, sozialen Ungerechtigkeiten oder der wachsenden Weltbevölkerung. Klar ist: In unserer Gesellschaft müssen zukünftig Umwelt und Wirtschaft stärker verzahnt werden. Das wird aber nicht von heute auf morgen gehen, denn der notwendige Wandel ist komplex.

Nachhaltigkeit fängt schon im Kleinen bei jedem selbst an. Also beim Einkauf im Supermarkt, bei der Ernährung oder aber beim Geld. Will man bei seiner Geldanlage etwas Positives bewirken, bieten sich nachhaltige Fonds an. Sie berücksichtigen nämlich neben klassischen Kriterien wie Sicherheit und Rendite auch ökologische und soziale Aspekte sowie gute Unternehmensführung.

Umfrage: Nachhaltigkeit boomt

Union Investment, der Fondsspezialist der Volksbanken und Raiff­eisenbanken, hat sich einmal umgehört und nachgefragt, was die Menschen in Deutschland von nachhaltigen Geldanlagen halten. Die Ergebnisse zeigen: Sechs von zehn Anlegern in Deutschland finden nachhaltige Geldanlagen attraktiv. Das ist ein neuer Höchststand seit 2010, als diese Frage zum ersten Mal gestellt wurde. Für 54 Prozent der Befragten kommt eine Anlage in nachhaltige Investmentfonds ganz sicher oder wahrscheinlich in Frage.

Bei der Frage, welche Aspekte beim nachhaltigen Investieren beachtet werden sollten, halten die Anlegerinnen und Anleger ökologische und soziale Kriterien für beinahe gleich wichtig. 51 Prozent legen Wert auf Ökologie, also etwa die Gewinn­erzielung in Einklang mit Umwelt und Klimaschutz. 47 Prozent der Befragten ist es wichtig, dass Gewinne im Einklang mit sozialen Aspekten wie dem verantwortungsvollen Umgang mit Menschen und Kulturen erzielt werden. Die Mehrheit der Befragten (84 Prozent) legt Wert darauf, dass Unternehmen langfristig handeln, statt kurzfristig Gewinne zu erzielen.

Zudem präferieren 59 Prozent der Anlegerinnen und Anleger, dass sowohl in Unternehmen investiert wird, die bereits nachhaltig handeln, als auch in solche, die nachhaltig handeln möchten. Anlegerinnen und Anleger wollen also mit ihrer Geldanlage auch in der Zukunft etwas bewegen. Dabei setzen sie auch auf die Unterstützung von Unternehmen, die sich nachhaltiger aufstellen wollen. Schließlich liegen nicht bei den derzeitigen Musterschülern, sondern vor allem bei den Transformationskandidaten das größte Potenzial und ein entsprechender Wirkungshebel.

Gut zu wissen

Wie der Wandel zu mehr Nachhaltigkeit (Transformation) funktioniert, zeigt dieses Beispiel: Ein jetzt schon „sauberes“ Unternehmen stößt jährlich 50 Tonnen CO2 aus. Eine bisher „dreckige“ Firma produziert dagegen 200 Tonnen CO2, will sich nun glaubhaft nachhaltig aufstellen und den Ausstoß sukzessive ebenfalls auf 50 Tonnen verringern. Diese Firma bei der Transformation nicht zu begleiten wäre falsch. Denn der Effekt für die Umwelt ist deutlich größer, als wenn nur in die jetzt bereits saubersten Firmen investiert würde.


Und so investiert etwa Union Investment ganz bewusst auch in Unternehmen, die in der ESG-Analyse zwar noch nicht so gut abgeschnitten haben, aber noch „Luft nach oben“ und einen glaubhaften Plan für den Wandel vorweisen können. Schließlich kann man Unternehmen nur auf ihrem Weg zur Verbesserung begleiten, wenn man in sie investiert, sie dann weiter beobachtet, bewertet und möglicherweise sogar aktiv verbessert.

Die sogenannten ESG-Kriterien haben sich als Standard für nachhaltiges Investieren etabliert:
  E = Environment (Umwelt)
  S = Social (Soziale Verantwortung)
  G = Governance (gute Unternehmensführung)

2 - Strenge Kriterien Wie nachhaltige Anlagen ausgewählt werden

Nachgefragt bei der Investment-Expertin

ABC-Waffen, Kinderarbeit, Tierversuche für nicht medizinische Zwecke: Das wollen viele Anleger nicht in ihrem Wertpapierdepot haben. Doch wie finden die Expertinnen und Experten von Union Investment in dem schier unendlichen Universum von Anlagemöglichkeiten die geeigneten Titel und welche Kriterien haben sie dafür? VR Aktuell hat nachgefragt – bei Anja Bauermeister, Abteilungsleiterin Publikumsfonds bei Union Investment.

Nach welchen Kriterien wählen Sie Anlagemöglichkeiten aus?

„Um aussichtsreiche Kandidaten zu finden, braucht es eine gründliche Analyse. Bei der Auswahl der Wertpapiere bewerten die Fondsmanager die sogenannten ESG-Kriterien. Das sind neben Umweltaspekten (zum Beispiel eine ökologische Produktionsweise) auch soziale Faktoren wie die Wahrung von Menschenrechten und Aspekte einer guten Unternehmensführung. Eine Rolle bei der Bewertung spielt auch die Frage, ob das zugrunde liegende Geschäftsmodell nachhaltig ist.“

Wie bekommen die Fondsmanager diese Informationen?

„Von speziellen Datendienstleistern. Diese versorgen unsere Fondsmanager täglich mit Nachhaltigkeitsinformationen aus aller Welt. Sie blicken auf soziale Aspekte, verantwortungsvolle Unternehmensführung und Umweltkriterien. Dabei werden selbstverständlich gravierende negative Vorfälle einbezogen – beispielsweise der Dammbruch einer Mine in Brasilien, der viele Menschenleben gekostet hat. Unsere Nachhaltigkeitsexperten analysieren diese Daten und verknüpfen sie mit ihren eigenen Research-Ergebnissen. So wird dann der sogenannte UniESG Score erstellt, mit dem die Fondsmanager den Grad der Nachhaltigkeit von Unternehmen messen. Das Rating und die Daten sind dabei auf SIRIS gespeichert, einer von Union Investment selbst entwickelten Datenbank mit Informationen zu inzwischen circa 94.700 Wertpapieren von rund 31.600 Emittenten aus 114 Staaten.“

Was passiert, wenn die Analysen und Bewertungen schlecht ausfallen?

„Dann werden diese Unternehmen ausgeschlossen und dürfen nicht in unseren nachhaltigen Fonds enthalten sein. Neben diesem Nachhaltigkeitsfilter gibt es noch grundsätzliche Ausschlusskriterien, die für alle Fonds gelten. Dazu gehören beispielsweise Firmen, die Atomwaffen oder Landminen herstellen, Staaten, die die Todesstrafe anwenden, oder Unternehmen, die gegen Menschenrechte verstoßen.“

Aber auf Ertrag muss man nicht verzichten, wenn man nachhaltig anlegt, oder?

„Nein, neben den beiden gerade genannten Schritten werden natürlich die dann verbleibenden Anlagemöglichkeiten auf mögliche Wertsteigerungen, auf Verfügbarkeit, Rendite und Sicherheit geprüft. Denn Nachhaltigkeit und gute Gewinne schließen einander nicht aus. Ganz im Gegenteil: In der letzten Krise hat sich gezeigt, dass nachhaltig aufgestellte Unternehmen besser durch die schwierige Zeit gekommen sind als andere Firmen. Dies liegt daran, dass ihr Geschäftsmodell robuster aufgestellt ist und sie weniger anfällig für Risiken sind.“

Was macht Union Investment in puncto Nachhaltigkeit sonst noch?

„Neben diesen drei Schritten bei der Auswahl von Wertpapieren gibt es noch den Aspekt Engagement, der von Union Investment parallel und kontinuierlich umgesetzt wird. Engagement bedeutet, dass Union Investment Unternehmen aktiv begleitet, um ihre Nachhaltigkeitskriterien zu verbessern. Unsere Experten helfen so den Firmen aktiv bei der Gestaltung ökonomischer, ökologischer und sozialer Aspekte und damit bei einer verantwortungsvollen Unternehmensführung mit nachhaltiger Wertentwicklung. Dazu führen die Fondsmanager im Jahr rund 4.000 Gespräche mit den Firmenchefs. Gehen die Vorstellungen über die künftige Strategie auseinander oder ist kein Fortschritt bei der Nachhaltigkeit erkennbar, wird dies dann auch auf den Hauptversammlungen öffentlich kritisiert und die Zustimmung verweigert.“

3 - Kompetente Unterstützung Wie man die passende nachhaltige Anlage findet

Investmentfonds sind der beste Weg, Geld nachhaltig anzulegen

Möchte man sein Geld nachhaltig anlegen, stellt sich die Frage nach dem Wie? Der Kauf einer einzelnen Aktie oder Anleihe ist natürlich immer möglich. Allerdings ist es für einen Laien nahezu unmöglich, bei einem Weltkonzern nachzuvollziehen, ob bei allen Tochtergesellschaften die Kriterien für Nachhaltigkeit eingehalten werden und wie die Pläne des Managements für die Zukunft sind.

Diese Arbeit muss man sich aber auch nicht machen. Dafür gibt es ja Profis. Sparen mit Investmentfonds ist somit die naheliegendste Form. Denn bei einem aktiven Fonds entscheidet ein Fondsmanager, in welche Wertpapiere er das Geld der Sparer investiert. Dabei folgt er klaren Regeln. Und die sind bei einem nachhaltigen Fonds so formuliert, dass beispielsweise nur Aktien von Unternehmen in Frage kommen, die bestimmten Anforderungen genügen.

Union Investment verwaltet heute bereits rund 70 Milliarden Euro in nachhaltigen Fonds und verfügt über ein hauseigenes Kompetenzzentrum für Nachhaltigkeit. Die große Expertise der Fondsgesellschaft in Sachen Nachhaltigkeit bestätigen auch unabhängige Experten. So hat die von den Vereinten Nationen unterstützte Organisation Principles for Responsible Investment (PRI) Union Investment für den übergreifenden Ansatz zur Verankerung von verantwortlichem Investieren die Bestnote A+ verliehen (Stand Juli 2020). Und bei den German Fund Champions 2021 konnte sich Union Investment im November 2020 erneut in der Kategorie „ESG/Nachhaltigkeit“ durchsetzen.

Wie findet man den passenden nachhaltigen Fonds?

Möchten auch Sie Ihr Geld nachhaltig anlegen? Dann wenden Sie sich an die Beraterin oder den Berater Ihrer Volksbank oder Raiffeisenbank. Sie können dann in Ruhe gemeinsam besprechen und überlegen, was Ihnen bei der nachhaltigen Geldanlage am wichtigsten ist. Zusammen können Sie dann gemäß Ihren Wünschen und Vorstellungen den passenden Fonds dazu ermitteln.