Zufriedene Kundinnen und Kunden sind keine zufällige Erscheinung. Zufriedenheit entsteht durch aufmerksames Zuhören, Verstehen der Anliegen und konsequentes Handeln. Das gilt auch für Banken. In einer Zeit, in der sich das Banking rasant verändert, indem es digitaler, mobiler, komplexer wird, sind ehrliche Rückmeldungen ein entscheidender Faktor, um Kurs zu halten. Denn: Nur, wer weiß, was geschätzt wird und wo es hakt, kann Angebote zielgenau und klug ausrichten und weiterentwickeln.
Bankgeschäfte sind Vertrauensleistungen. Sie betreffen oft zentrale Lebensbereiche – vom ersten Konto über die Baufinanzierung bis zur Altersvorsorge. Hinzu kommen die neuen Möglichkeiten und auch Herausforderungen der Digitalisierung: Apps, Online-Angebote, Fernberatung. Alles zusammen verändert die Erwartungen der Menschen. Banken, die zuhören, erfahren früh, welche Veränderungen wirklich sinnvoll sind – und wo es Nachbesserungsbedarf gibt.
Genau hier setzt ein Instrument an, das in vielen Volksbanken und Raiffeisenbanken in näherer Zukunft eine größere Rolle spielen wird: der sogenannte Net Promoter Score, kurz NPS. Hinter diesem Begriff stecken eine einfache Idee mit großem Potenzial sowie ein klarer Anspruch: Kundenzufriedenheit soll nicht nur vermutet, sondern systematisch erfasst werden. Aus den jeweiligen Ergebnissen gilt es dann die richtigen Schlüsse zu ziehen und spürbare Verbesserungen abzuleiten.
Der NPS basiert auf einer zentralen Frage: „Wie wahrscheinlich ist es, dass Sie Ihre Bank weiterempfehlen würden?“ Kundinnen und Kunden antworten auf einer Skala von 0 (sehr unwahrscheinlich) bis 10 (sehr wahrscheinlich). Ergänzend können sie in einem offenen Feld ihre Einschätzung erläutern – mit Lob, Kritik, konkreten Hinweisen.
Was auf den ersten Blick schlicht wirkt, liefert wertvolle Erkenntnisse. Denn: Wer seine Bank aktiv weiterempfiehlt, signalisiert Zufriedenheit, Vertrauen und Verbundenheit. Wer Kritik äußert, zeigt, wo Prozesse nachgebessert werden sollten. Beides ist gleichermaßen wichtig.
In der Praxis fließen die Antworten in ein anonymisiertes Gesamtergebnis ein, das regelmäßig ausgewertet wird. Die Kennzahl dient dabei der Orientierung. Entscheidend sind jedoch die daraus abgeleiteten Maßnahmen. Welche Themen beschäftigen die Kundinnen und Kunden aktuell? Wo liegen die zu lösenden Herausforderungen? Welche Wünsche werden regelmäßig geäußert, welche seltener? Und: Was läuft bereits so gut, dass es weiter ausgebaut werden sollte?
Durch diese Art der Analyse dient der NPS nicht als reine Kennzahl, sondern als Werkzeug, das den Dialog zwischen der Bank und ihren Kundinnen und Kunden stärkt. Das Ziel: zuhören, verstehen, besser werden.
Die Einführung des NPS erfolgt gestaffelt. Nicht alle Volksbanken und Raiffeisenbanken starten gleichzeitig. Jede Bank entscheidet selbst, wann und wie sie das Feedbackinstrument einführt. Manche Kundinnen und Kunden werden daher vielleicht schon in der ersten Jahreshälfte eingeladen, ihre Meinung mitzuteilen – andere erst im weiteren Verlauf dieses Jahres.
Das bedeutet wiederum nicht, dass diese mit ihren Rückmeldungen bis zu diesem Zeitpunkt warten müssen. Ganz im Gegenteil: Die Volksbanken und Raiffeisenbanken freuen sich zu jeder Zeit über Anregungen, Ideen und Kritik – ob im persönlichen Gespräch, über digitale Wege oder bei Veranstaltungen. Denn Dialog ist kein Projekt mit Start- und Enddatum, sondern gelebte Kundennähe. Gerade diese Mischung aus strukturierter Befragung und persönlichem Austausch macht den Unterschied. Sie schafft die Grundlage, um kurzfristige Eindrücke mit langfristigen Strategien zu verbinden.